AKW / Solarkraftwerk Zwentendorf

Heute wäre das AKW Zwentendorf bereits alt. Österreich stünde vor der Frage, ob die Laufzeit verlängert oder ob ein neues AKW gebaut werden sollte. Ebenso würde die Frage nach der Lagerung der Abfälle immer dringender. Über das unmittelbare Risiko eines gefährlichen AKW-Unfalls hinaus, hat sich Österreich mit dem „Nein“ zu Zwentendorf viel erspart:

Das „Nein“ zu Zwentendorf erspart Debatte um weitere AKW-Projekte

Der von der SPÖ Alleinregierung 1976 beschlossene Energieplan sah in Österreich drei AKW vor. Auch in St. Pantaleon in Oberösterreich sollte ein AKW gebaut werden. Die Inbetriebnahme war für 1980/81 geplant. Doch der Bau scheiterte 1975 am Widerstand der Bevölkerung. Das gab auch dem Protest gegen das AKW Zwentendorf Rückenwind. Durch das „Nein“ zu Zwentendorf wurden weitere AKW-Pläne obsolet.

Österreich erspart sich Atommüll und immense Lagerungskosten

Zum heutigen Zeitpunkt stünde Österreich vor einem Berg von 3.800 m3 schwach- und mittelradioaktiven Abfällen und 540 m3 bzw. rund 730 Tonnen hochradioaktivem giftigen Material.

Die SteuerzahlerInnen ersparen sich die Kosten des Rückbaus

Trotz der Gesamtkosten von rund einer Milliarde ist Zwentendorf ein „billiges“ AKW, denn der Rückbau nach dem Ende der Betriebszeit wäre ein langwieriger und teurer Prozess. Nach Schätzungen belaufen sich die Kosten für den Rückbau der derzeit in Europa laufenden Reaktoren auf mindestens 500 Milliarden Euro. Die hohen Kosten wälzen AKW-Betreiber auf die StromkundInnen und SteuerzahlerInnen ab. „Billiger“ Atomstrom wird zur teuren Belastung.

Gesundheitsschäden durch AKW-Normalbetrieb

AKW geben auch im Normalbetrieb radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. In der Umgebung vieler AKW wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Aus einer 2007 veröffentlichten Studie des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern mit der Nähe zu AKW deutlich zunimmt. Das Risiko ist im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent. Andere Studien zeigen vermehrt Missbildungen und Totgeburten infolge von Niedrigstrahlung sowie Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt.

Besonderes Sicherheitsrisiko: Siedewasserreaktor

Das AKW Zwentendorf ist als Siedewasserreaktor konzipiert. Bei diesem können im Falle eines Lecks im Primärkreislauf leicht große Mengen von Radioaktivität in die Umgebung gelangen, wie es 1978 im AKW Brunsbüttel (Deutschland) geschehen ist. Studien zeigen besonders hohe Krebsraten im Umkreis dieses Reaktortyps. Mängel am AKW Zwentendorf wurden vom Wiener Institut für Festkörperphysik bereits nachgewiesen.

Uran-Abhängigkeit

Uran ist ein begrenzt verfügbarer Rohstoff. Laut einer Marktanalyse der IAEO und der IEA wäre bei gleichbleibendem Verbrauch wie im Jahr 2004 eine Verfügbarkeit von nur 40-70 Jahren zu erwarten. Für Zwentendorf hätten pro Jahr etwa 35.000 Tonnen Uranerze abgebaut werden müssen. Beim Uranabbau entstehen große Mengen an radioaktivem Abfall, massive Umwelt- und Gesundheitsrisiken werden in den betroffenen Regionen verursacht.

Atomstaat versus Demokratie und Freiheit

Österreich hat mit der Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf ein Zeichen für eine lebendige Demokratie gesetzt. Durch das „Nein“ zur Atomkraft erspart sich Österreich im Vergleich zu Staaten mit AKW den massiven Polizeieinsatz bei Atommülltransporten und die Polizeiüberwachung von Atomkraft-KritikerInnen. Die Atompolitik führt oftmals zu undemokratischen und intransparenten Entscheidungs- und Genehmigungsprozessen über große zentrale Anlagen mit hohem Gefahrenpotential - oft in Verbindung mit politischer und militärischer Macht.