Neuigkeit, 16.11.2021

Europa 2030 ohne Atomkraft

100% erneuerbarer Strom bis 2030 ist möglich: mit dem Ausbau des Ökostroms und einem Energieeffizienz-Programm.

Schon 2014 haben wir die Technische Universität Wien (TU) damit beauftragt, zu berechnen, wie Europa bis 2030 aus Atomkraft aussteigen kann, ohne dabei die Klimaziele zu gefährden. Um einen schnellen Atomausstieg möglich zu machen, müssen die Energieverschwendung unter Kontrolle gebracht und notwendige politische Entscheidungen für einen Ökostromausbau getroffen werden. Der europaweite Anteil der Erneuerbaren Energien kann so von 20 % (2010) auf fast 70 % (2030) gesteigert werden. Fossile Energien (z.B.: Stein- und Braunkohle) können durch einen angemessenen CO2-Preis auf ein Minimum gesenkt werden. Einige EU-Länder mit hoher Abhängigkeit von fossilen Energieträgern (z.B.: Polen) brauchen für den Übergang zu einem ganzheitlichen Erneuerbaren Energiesystem noch länger als bis 2030.

Entwicklung der Stromerzeugung auf EU-Ebene bis 2030

1. Abbildung: Entwicklung der Stromerzeugung auf EU-Ebene bis 2030

Die Grafik stammt aus unserer TU-Studie. Sie finden Sie auf Seite 90.

Klimaschutz durch gesteigerte Energieeffizienz

Um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, hat Österreich das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz beschlossen, das die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bis 2030 zu 100% ermöglichen soll. Deutschland haben ebenso, aufgrund von Klimaklagen unserer "Friends of the Earth"-Partnerorganisationen das Klimaschutzgesetz strikter gefasst.

Der Beitrag der Atomkraft zur weltweiten Energieversorgung geht aufgrund der geringen Rentabilität und der hohen Kosten immer weiter zurück. In den EU-27-Staaten produzierten Atomkraftwerke 2019 nur noch 765,3 Terawattstunden Strom oder knapp über 22 Prozent der europaweiten Stromerzeugung – viel weniger als im Jahr 2006, als es noch 916 Terawattstunden oder 30 Prozent der europaweiten Stromerzeugung waren.

Das Beratungsunternehmen für Klima- und Energiepolitik "Ecofy" hat in einer Studie für Coolproducts herausgefunden, dass bis 2030 allein mit besseren Effizienz-Standards für stromverbrauchende Haushalts-Geräte (z.B.: Staubsauger, Klimaanlage) jedes Jahr 600 Terawattstunden Strom eingespart werden können. Dadurch könnten sofort 78,4 % der Atomkraftwerke in der EU abgelöst werden – oder so viel Strom wie 100 Atomkraftwerke von der Größe des AKW Krško erzeugen!

Im grenznahen Krško steht mitten auf einer Erdbeben-Linie ein bereits 40 Jahre alter Reaktor. Trotz des hohen Sicherheitsrisikos möchte die Betreibergesellschaft des AKW Krško die Laufzeit um 20 Jahre verlängern. Jedoch trägt diese Maßnahme nicht zum Klimaschutz bei. Eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, dass der Strombedarf in Slowenien und Kroatien mit Erneuerbaren Energien sehr gut gedeckt werden kann.

Fordern Sie mit uns Kanzler Schallenberg und Ministerin Gewessler dazu auf, sich bei ihren slowenischen Kolleginnen und Kollegen für die Stilllegung des Erdbeben-Reaktors einzusetzen. Nur ein europaweiter Atom-Ausstieg kann uns in Mitteleuropa vor den Gefahren schützen!

Jetzt Krsko stoppen 

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