Neuigkeit, 05.07.2021

Nur 2 von 53 Studien über DNA-Schädigung durch Glyphosat zuverlässig

Eine aktuelle Analyse zweier österreichischer Krebsforscher kommt zu dem Ergebnis, dass von 53 Studien über die Gentoxizität (DNA-Schädigung) von Glyphosat nur 2 Studien als "zuverlässig" zu bewerten sind. Die Glyphosat-HerstellerInnen hatten diese 53 Studien im vorherigen Zulassungsverfahren als Beweis der Unbedenklichkeit ihres Pestizidwirkstoffs vorgelegt.

In der Europäischen Union entscheidet – gemäß der EU-Pestizidverordnung – die Frage, ob Glyphosat beim Menschen erhebliche Gesundheitsschäden hervorrufen kann, darüber, ob das Pestizid zugelassen werden darf. So müssen die HerstellerInnen unter anderem anhand von Studien den Nachweis bringen, dass ihr Pestizid beim Menschen das Erbgut nicht schädigen kann.

Prof. Dr. Siegfried Knasmüller und Dr. Armen Nersesyan – zwei renommierte Experten für Gentoxizität (DNA-Schädigung) am Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien – haben in ihrer Analyse nur 2 der 53 Studien, die für die aktuelle EU-Zulassung von Glyphosat herangezogen worden waren, als "zuverlässig" eingestuft. Die große Mehrzahl, nämlich 34 von 53 Studien, stuften sie als „nicht zuverlässig“ und die restlichen 17 als nur „teilweise zuverlässig“ ein.

Dennoch hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 45 dieser Studien als vollwertige Beweise und 6 weitere als ergänzende Beweise für das Nichtvorhandensein von Gentoxizität (DNA-Schädigung) akzeptiert und sich im November 2015 für eine Zulassung von Glyphosat ausgesprochen. Damit widersprach sie der WHO-Krebsforschungsagentur (IARC), die wenige Monate zuvor Glyphosat als gentoxisch eingestuft hatte.

Labor

Helmut Burtscher-Schaden, GLOBAL 2000-Biochemiker und Autor von "Die Akte Glyphosat (K&S)", erklärt: "Diese Analyse zeigt, auf welch wackeligen Beinen die EU-Zulassung von Glyphosat in Wirklichkeit steht. Denn subtrahiert man von den 53 Gentoxizitäts-Studien der Industrie all jene Studien, die in der Durchführung grob fehlerhaft und im Studiendesign ungeeignet sind, dann bleibt am Ende nichts über außer der Frage, auf welcher Grundlage die EU-Behörden jemals behaupten konnten, Glyphosat sei "nicht gentoxisch". Damit Glyphosat nicht mehr zugelassen wird, und so die Gesundheit der Menschen und die Umwelt geschützt werden, fordern wir gemeinsam mit anderen Organisationen die EFSA dazu auf, die besorgniserregenden Erkenntnisse über die mangelnde Qualität der Studien beim EU-Zulassungsverfahren zu berücksichtigen und das Pestizid vom Markt zu nehmen."

Damit Glyphosat nicht mehr zugelassen wird, und so die Gesundheit der Menschen und die Umwelt geschützt werden, fordern wir gemeinsam mit anderen Organisationen die EFSA dazu auf, die besorgniserregenden Erkenntnisse über die mangelnde Qualität der Studien beim EU-Zulassungsverfahren zu berücksichtigen und das Pestizid vom Markt zu nehmen!

Folgende Dokumente stehen Ihnen für mehr Informationen in englischer Sprache zum Download bereit:

Überprüfung der Gentoxizitätsstudien von Prof. Dr. Siegfried Knasmüller und Dr. Armen Nersesyan

FAQs

Hintergrundpapier zum Pestizid Glyphosat

Im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ fordern wir die Europäische Kommission dazu auf, Bäuerinnen und Bauern beim Umstieg auf eine pestizidfreie und bienenfreundliche Landwirtschaft zu unterstützen. Denn nur wenn wir Insekten einen natürlichen Lebensraum parat stellen, gibt es auch fruchtbare Böden, blühende Wiesen und Äcker sowie erntereiche Saisonen. Mit Ihrer Unterschrift helfen Sie mit, eine artenreiche Natur zu erhalten und somit die zukünftige Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen.

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