Neuigkeit, 11.04.2019

Plastiksackerlverbot kommt

Das kommende Plastiksackerlverbot ist ein wichtiger Schritt zu weniger Plastikmüll, allerdings braucht es auch eine Offensive in Sachen Mehrweg.

Wir begrüßen das heute in Begutachtung gehende Verbot von Einwegplastiksackerln. Seit Mai 2016 galt in Österreich eine freiwillige Vereinbarung zur Reduktion von Tragtaschen, diese wird nun durch ein gesetzliches Verbot abgelöst. Bei der bisher geltenden freiwilligen Vereinbarung waren 13 fortschrittliche Unternehmen an Bord, die gemeinsam einen Marktanteil von zirka 30 Prozent hatten. Mindestens eine Milliarde Plastiksackerln inklusive Knotenbeutel, das sind jene Beutel die man etwa im Supermarkt abreißt, sind in Österreich noch immer in Verwendung und das ist eindeutig zu viel.

„Das Plastiksackerlverbot ist ein guter und wichtiger Schritt, wir vermissen allerdings begleitende Maßnahmen zur Forcierung von Mehrweglösungen. Wichtig ist, dass die Menge an Wegwerfsackerln, auch aus anderen Materialien wie Papier, drastisch abnimmt. Denn auch die Sackerl aus Papier haben einen großen ökologischen Fußabdruck da sie energieintensiv produziert werden müssen“, erklärt Ökologin Mag.a Lisa Kernegger von GLOBAL 2000.

Wir kritisieren, dass das Gesetz keine Bepreisung von den weiter erlaubten Knotenbeuteln aus sogenannten Bioplastik vorsieht: Wenn Knotenbeutel aus Bioplastik gratis abgegeben werden, wäre das eine Katastrophe. Denn das würde Tür und Tor öffnen, dass jeder der kein Einkaufssackerl zum Einkauf mit hat, die Knotenbeutel als gratis Einkaufssackerl verwendet. Einmal-Knotenbeutel dürfen mittelfristig nicht die Lösung sein, wir fordern eine Mehrwegoffensive. Wenn der Knotenbeutel aus Bioplastik kommt, dann muss dieser zumindest nach Norm heimkompostierbar sein, nur gegen Geld abgegeben werden und frei von Gentechnik sein.

Plastiksackerln sind allgegenwärtig und ein Symbol für unsere schnelllebige Wegwerfgesellschaft. Sollten Mehrweglösungen nicht forciert werden, ist das eine vertane Chance. Das Verbot von Plastiksackerln, die etwa 2 Prozent des Plastikmülls ausmachen, kann nur der Auftakt hin zur angestrebten Plastikverpackungsreduktion sein. Die Regierung will bis 2025 die Anzahl dieser Verpackungen um 20 bis 25 Prozent im Vergleich zu 2016 verringern. Das entspräche einer Ersparnis von insgesamt etwa 60.000 Tonnen Plastik-Müll.

Das heute vorgelegte Plastiksackerlverbot ist ein guter Auftakt hin zu weniger Plastikmüll. Die angekündigte Plastikverpackungsreduktion muss nun rasch in Gesetze gegossen werden.

Hier finden Sie die besten Alternativen zu Plastiksackerl.