Welterschöpfungstag am 2. April

Am 2. April ist der österreichische Welterschöpfungstag: Ab diesem Tag verbraucht Österreich mehr Ressourcen, als die Erde im ganzen Jahr erneuern kann und liegt damit weit vor anderen Industriestaaten wie Deutschland oder der Schweiz. Hochgerechnet heißt das - wir leben, als hätten wir vier Planeten zur Verfügung. Was wir dringend brauchen ist ein funktionierendes Kreislaufwirtschaftsgesetz.

Anna Leitner, Ressourcen-Sprecherin GLOBAL 2000

"So können wir nicht weitermachen. Wir verschwenden Ressourcen, produzieren zu viel Müll und bleiben abhängig von Autokratien und Diktatoren. Es gibt aber eine sehr gute Lösung: Wir schaffen den Übergang zur Kreislaufwirtschaft – weg vom Wegwerfen, hin zum Wiederverwenden, Reparieren und Teilen."

Anna Leitner, GLOBAL 2000-Ressourcen-Sprecherin

Österreich ist Vorreiter, aber ohne Plan

Österreich zeigt bereits, dass und wie Kreislaufwirtschaft funktionieren kann. In Traiskirchen etwa ermöglicht die „Bibliothek der Dinge“, Alltagsgegenstände wie Bohrmaschinen oder Partybeleuchtung auszuleihen, statt sie neu zu kaufen und die Geräte-Retter-Prämie verlängert die Lebensdauer von Geräten. Diese Initiativen wirken und werden auch von den Menschen angenommen. Sie sind aber derzeit freiwillig und wenig koordiniert.

"Österreich hat zwar seit 2022 eine Kreislaufwirtschaftsstrategie, aber kein Gesetz, das klare Zuständigkeiten festlegt und verbindliche Ziele schafft. Die Bundesregierung hätte diesen Schritt längst setzen müssen. Weil das nicht passiert ist, haben wir das Ökobüro mit Unterstützung der AK Wien beauftragt, einen Gesetzesvorschlag auszuarbeiten. Jetzt ist er fertig", freut sich Leitner.

Unser Kreislaufwirtschaftsgesetzes-Entwurf zeigt konkrete Wege aus der Verschwendung

  • Förderung von Sharing- und Reparaturangeboten
  • Kreislaufwirtschaft als fixer Bestandteil im Bildungssystem
  • Öffentliches Geld nur nach nachhaltigen Kriterien – Steuergeld für Zukunft statt Verschwendung
  • Einschränkungen für Werbung, die Wegwerfprodukte und Fast Fashion befeuert

Fazit

Mit einem Materialfußabdruck von rund 20 Tonnen pro Kopf und Jahr verbraucht Österreich deutlich mehr, als langfristig tragbar ist. Ohne klare Regeln steuern wir auf eine Zukunft zu, die chaotisch und teuer wird. Mit Kreislaufwirtschaft können wir den Welterschöpfungstag Schritt für Schritt wieder nach hinten verschieben – dorthin, wo er hingehört: ans Ende des Jahres.