Neuigkeit, 07.10.2022

Sicher und sauber heizen: Wer blockiert die Energiewende in Österreich?

Klimakrise, Energiekrise und steigende Preise: Es ist höchste Zeit für eine sichere, saubere und leistbare Energiewende in Österreich. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) der Bundesregierung schlägt eine Umstellung von Öl- und Gas-Heizungen vor. Doch das Gesetz hat einen Haken…

Um die Klimaziele in Österreich zu erreichen, braucht es eine Umstellung von Gasheizungen auf klimafreundliche Heizgeräte. Dadurch würden wir uns zusätzlich unabhängig von ausländischen Gas-Lieferungen machen. Die Bundesregierung bereitet dazu das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) vor – die Stellungsnahmen zum Gesetzesentwurf haben wir analysiert.

Es hat sich herausgestellt, dass einige Energieversorger und Teile der Wirtschaftskammer die Energiewende im Wärmebereich aktiv blockieren. Konkret geht es darum, ob Gas-Heizungen getauscht und dies auch gesetzlich verbindlich geregelt werden soll.

Raus aus Gas Aktion - Energiewende ja bitte!

Wer blockiert die Energiewende in Österreich?

Besonders destruktiv ist die Positionierung der niederösterreichischen EVN. Die EVN setzt sich dafür ein, dass Gas-Heizungen im Neubau weiter eingebaut werden. Es sollen dabei keine Änderungen im Bestand vorgenommen und der Tausch von Öl- auf Gas-Heizungen weiter zugelassen werden. Dies wird in der Stellungnahme zum EWG ersichtlich. Selbst in ausgewiesenen Fernwärmeausbaugebieten soll es Gas-Heizungen auch nach 2040 geben.

Damit lobbyiert die EVN aktiv gegen die Umstellung von Gasheizungen. Sie behindert die Energiewende in Österreich und verhindert, dass sicheres, sauberes und leistbares Heizen für alle Menschen in Österreich möglich wird.

Die einflussreichsten Organisationen, die den Umtausch von Gasheizungen ablehnen, sind:

  • EVN
  • Energie AG
  • TIGAS
  • Energie Burgenland
  • einzelne Stadtwerke
  • Wirtschaftskammer

Energiewende mit Erneuerbarem Gas?

Gas-Heizungen sollen laut EVN auch über 2040 hinaus verwendet werden, wenn sie mit Erneuerbarem Gas betrieben werden. Die Energiekonzerne argumentieren dies damit, dass eine Umstellung auf Erneuerbares Gas bevorsteht. Die Einspeisung von Biogas ins Gasnetz macht derzeit allerdings nur 0,136 TWh aus. Der Verbrauch von Gas liegt in Österreich aber bei rund 90 TWh. Das entspricht einem Anteil von 0,15 Prozent. Selbst bei einer Verhundertfachung der Menge bleibt der Anteil von Erneuerbaren Gas viel zu niedrig.

Grafik zur erneuerbaren Gas

Erneuerbares Gas hat derzeit also einen verschwindend geringen Anteil an der Gasversorgung. Darüber hinaus tut die Energielobby so, als wäre Erneuerbares Gas im Übermaß vorhanden und die Lösung für breite Einsatzgebiete. Die Realität sieht jedoch anders aus: Erneuerbares Gas ist nur begrenzt verfügbar und sollte daher nur in Bereichen, wo kaum klimafreundliche Alternativen vorhanden sind, wohlüberlegt eingesetzt werden. Nur so können wir das Ziel erreichen, bis 2040 komplett auf Erneuerbare Energieträger umzusatteln. Die wichtigsten Strategien, um uns unabhängig von Gas-Importen zu machen, sind die Reduktion des Gasverbrauchs und die Verminderung von Gas-Anwendungen, wo immer es möglich ist.

GLOBAL 2000 fordert,

  • dass die Politik, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, den Weg für eine sichere, saubere und leistbare Wärmeversorgung frei macht.
  • dass im Erneuerbaren-Wärme-Gesetz (EWG) die Umstellung von Gas-Heizungen auf klimafreundliche Heizsysteme bis 2040 klar geregelt wird und die Haushalte finanziell unterstützt werden.
  • dass Gas klar als Problem benannt wird und Energiekonzerne anfangen umzudenken.
  • dass Erneuerbares Gas nicht in der Raumwärme verschwendet wird, sondern nur dort eingesetzt wird, wo es am dringensten gebraucht wird (z.B.: in der Stahlindustrie).
  • dass Fernwärme in Ballungszentren ausgebaut wird und auf Erneuerbare Energien und industrielle Abwärme gesetzt wird.
  • innovative Erneuerbare Energien wie Solarenergie, Geothermie und Großwärmepumpen schwerpunktmäßig zum Einsatz kommen.

Werden auch Sie Teil der Energiewende in Österreich

Beenden wir jetzt gemeinsam die Blockadehaltung des Landesenergieversorgers EVN. Schicken Sie eine E-Mail an die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und fordern Sie einen konkreten Fahrplan für den Gasausstieg. 

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