Publikation, 12.01.2022

Jahresbericht 2021

Hier finden Sie die wichtigsten Arbeitsschwerpunkte von GLOBAL 2000 im Jahr 2021

Ihr Recht auf saubere Energie

2021 hat das Klima wieder verrückt gespielt: Überschwemmungen in Deutschland, ein Tornado in Tschechien, weltweite Waldbrände. Die Uhr tickt und wir haben uns entschlossen, für unser Recht auf Klimaschutz und den Ausstieg aus schmutziger Energie auch rechtliche Wege zu beschreiten.

Längst sind auch in Österreich Gesundheit, Sicherheit und Lebensgrundlagen beeinträchtigt und vor allem unsere Zukunft von der zunehmenden Erderhitzung gefährdet. 2021 haben wir deshalb beschlossen, Menschen, die von der Klimakrise betroffen sind, zu ihrem Recht zu verhelfen. Mit einigen von ihnen haben wir gemeinsam Klimaklage eingereicht. Wir verlangen, dass schmutzige Energie aus Kohle, Heizöl, Benzin und Diesel schrittweise aus dem Verkehr gezogen wird. Schließlich hat uns die Regierung ja versprochen, bis 2040 klimafreundlichen Lösungen zum Einsatz zu verhelfen. Aktuell liegt unsere Klimaklage beim Landesgericht Wien, 2022 erwarten wir eine Entscheidung.

2021 haben wir österreichische Energiekonzerne geprüft. Das Ergebnis: 4 von 5 betreiben Greenwashing. Besonders viel Geld geben sie dafür aus, klimaschädliches Erd- gas schönzufärben. Dabei sind genügend klimafreundliche Alternativen vorhanden. Aber die Gasindustrie wehrt sich, sie gibt an, künftig auf erneuerbares Gas umzusatteln. Das klingt zwar gut, ist es aber nicht. Denn unsere landwirtschaftlichen Flächen brauchen wir für die Produktion von Nahrungsmitteln und Importe sind auf längere Zeit nicht in Sicht. Warum also Klimaschutz auf die lange Bank schieben und nicht gleich auf umweltfreundliche Lösungen „Made in Austria“ setzen? Kämpfen Sie auch 2022 wieder mit uns: für ein klimafreundliches Österreich. Wir sind überzeugt: Ein gutes Leben für uns alle ist möglich.

AKW: Altersschwach, kurzsichtig, widersinnig

Auch wenn der französische Präsident Macron seine hochgelobten AKW als vorgeblich klimafreundlich wieder salonfähig machen will: Der Bau von AKW ist sauteuer, extrem langwierig und deren Betrieb ist brandgefährlich. Somit ist Atomkraft absolut keine Lösung für die Klimakrise.

2021 haben wir uns auf zwei besonders problematische Reaktoren in unmittelbarer Nähe zu Österreich konzentriert: Zum einen auf das altersschwache AKW Krško im slowenischen Erdbebengebiet. Hier haben wir 2022 ‒ nicht zuletzt dank Ihrer Unterstützung ‒ die Chance, den 40 Jahre alten Reaktor in den endgültigen Ruhestand zu schicken, indem wir eine strenge Umweltprüfung durchsetzen. Durch zahlreiche Medienberichte und Ihrer und weiterer 51.000 Unterschriften haben wir unsere Bundesregierung dazu gebracht, bei den slowenischen Kollegen und Kolleginnen aktiv zu werden – Anfang dieses Jahres startet die entscheidende Konsultation. Wir erwarten uns, dass Krško endgültig stillgelegt wird.

Der zweite „Dauerbrenner“ ist das slowakische Atomprojekt Mochovce 3, das zum Glück immer noch nicht hochgefahren wurde. Wir erhielten ‒ und erhalten weiterhin immer mehr ‒ brisante Informationen von lokalen Technikern zum gefährlichen Chaos-Management des AKW-Projekts und haben rechts- verbindlich Einspruch gegen die bereits erteilte Betriebserlaubnis eingelegt. Dadurch haben wir die Inbetriebnahme vorerst einmal gestoppt. Jetzt sind wir dabei, mit Politikern und Politikerinnen aller Anrainerstaaten zu sprechen, um gemeinsam mit ihnen die noch für 2022 geplante Inbetriebnahme des Pfuschreaktors endgültig zu verhindern. Danke, dass Sie dabei an unserer Seite sind!

Gesund an Körper und Seele

... sollen unsere Kinder in der Ukraine sein. Dafür setzen wir uns ein. Und dank Ihrer großzügigen Unterstützung haben wir auch 2021 wieder ganz vielen Kindern helfen können.

Auch 2021 haben wir nicht nur wieder Medikamente für die krebskranken Kinder, sondern zusätzlich einen Laboranalysator für Coronatests, 12 Infusionspumpen und 11 moderne medizinische Betten angeschafft.

Besonders glücklich sind wir, dass wir gleich mehrere wichtige Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualität der Kinder auf den Weg gebracht haben. Ein psycho- logischer Beratungsdienst erlaubt es uns nun, nicht nur die kleinen Patienten und Patientinnen selbst, sondern auch deren Eltern in der schwierigen Zeit nach der Diagnose und während der Behandlung seelisch zu begleiten.

Außerdem haben wir die Renovierung der Leukämiestation im Kinderkrankenhaus Nr. 16 vorangetrieben. Sanitärräume und Lüftungssysteme sind nun endlich frei von Schimmel und Pilzsporen, die für immun- geschwächte Kinder lebensgefährlich sind. Auch das sehnlichst erwartete Spielzimmer, eine gemütliches Esszimmer für die Kinder und eine Küche für die Eltern sind bereits im Einsatz.

Neben den krebskranken Kindern haben wir im vergangenen Jahr auch mehr als hundert Waisen und Kinder aus Familien in schwierigen Lebensumständen in der Kriegsregion Luhansk mit warmer Kleidung, Medikamenten, Brillen, Hörgeräten und Rollstühlen ausgestattet und für ärztliche Untersuchungen und Operationen gesorgt.

Und um unseren Kindern noch näher sein zu können, hat GLOBAL 2000 im November 2021 die Stiftung „GLOBAL 2000 für die Kinder der Ukraine“ ins Leben gerufen, für die es für 2022 schon große Pläne gibt. Danke nochmal im Namen all unserer Kinder für Ihre großzügige Unterstützung, die uns all das möglich gemacht hat.

Gesund essen, Umwelt schützen

Damit das, was auf unseren Tellern landet, gesund, sicher und gut fürs Klima ist, schauen wir für Sie Politik und Industrie genau auf die Finger.

Gemeinsam mit Ihnen haben wir es geschafft! Zwei Jahre lang haben wir in der gesamten EU Unterstützer:innen für eine bienen- und klimafreundliche Landwirtschaft mobilisiert. 1,1 Millionen EU-Bürger:innen haben schließlich mit ihrer Unterschrift für unsere Europäische Bürger:inneninitiative „Bienen und Bauern retten“ ein lautes Signal für das Ende der Pestizid-Ära gesendet. Jetzt ist die Kommission dran.

2021 war auch ein wichtiges Jahr für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU. Während darüber verhandelt wurde, wer wann wie viel an Förderungen bekommt, hat sich GLOBAL 2000 kritisch in den Prozess eingebracht. Auch den nationalen Strategieplan unseres Landwirtschaftsministeriums haben wir genauestens unter die Lupe genommen. Und weil das, was in der Landwirtschaft passiert, massive Auswirkungen aufs Klima hat, haben wir 2021 mehrfach Stellung dazu bezogen und im Parlament Kritik vorgebracht. Dabei haben wir uns für mehr Förderungen für die Biolandwirtschaft eingesetzt und eigene Maßnahmen zum Schutz von wildlebenden Bestäubern und Honigbienen gefordert.

Neue Gentechnik (NGT)

Gentechnik bleibt Gentechnik, egal ob alt oder neu. Dennoch will die EU-Kommission die NGT von den strengen Gentechnik- Zulassungsverfahren ausnehmen. Damit würden Risikoprüfung und Kennzeichnungspflicht entfallen. Und weil die Behörden da offensichtlich den falschen Versprechungen der Gentech-Lobby auf den Leim gehen, hat GLOBAL 2000 2021 deren Machenschaften aufgedeckt. Denn unser Ziel ist klar: keine Gentechnik auf unseren Tellern. Dafür brauchen wir auch 2022 wieder Ihre Unterstützung. Danke!

Juchu: Einwegpfand & Mehrweg!

Im Jänner 2021 haben wir im Rahmen einer spektakulären Aktion bei eisiger Kälte die 35.000 Unterschriften unserer „Pfand drauf“-Kampagne an das Bundeskanzleramt projiziert. Dank Ihrer Hilfe dürfen wir uns jetzt über ein Pfandsystem freuen.

Das ganze Jahr 2021 über haben wir Druck aufgebaut. Im Oktober war es dann endlich soweit: Die Bundesregierung hat die Einführung eines Einweg-Pfandsystems und gesetzliche Vorgaben für Mehrweg beschlossen. Dieser großartige Erfolg war nur mit Ihrer Hilfe möglich, vielen Dank! Noch dürfen wir uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. 2022 werden wir uns dafür stark machen, dass das beschlossene System auch tatsächlich fair, transparent und möglichst unterstützend für Mehrweg gestaltet wird. Und auf europäischer Ebene werden wir mit der #WeChooseReuse- Kampagne aktiv sein.

Rohstoffstrategie

Neben Plastik- und Verpackungsmüll haben wir auch den allgemein verschwenderischen Umgang mit Ressourcen im Fokus. Unser Ziel ist, der Ausbeutung der Umwelt einen Riegel vorzuschieben. Dafür fordern wir klare Ziele und vor allem ein Comeback möglichst langlebiger, reparierbarer Produkte. Wenn diese wieder zur Norm werden, ist auch die Ressourcenwende zu schaffen.

Lieferkettengesetz

In unserer globalisierten Welt sind Lieferketten lang und undurchsichtig. Meist wissen wir gar nicht, welche Umweltauswirkungen unsere Alltagsprodukte haben: Regenwald wird abgeholzt, Gewässer und Erdreich vergiftet, Menschen ausgebeutet. Daher kämpfen wir für ein Lieferkettengesetz, in Österreich und europaweit. Ein solches ist ein regelrechter Turbo für die Kreislaufwirtschaft und eine hohe Motivation für einen schonenden, bewussten Umgang mit Ressourcen.

Leben ist viel

... vielfältig, vielgestaltig, vielseitig. Und weil unsere Welt bunt ist und es auch bleiben soll, haben wir uns 2021 mit Ihnen an unserer Seite im Rahmen unseres Nationalpark Garten für die Vielfalt eingesetzt. Da gibt es übrigens sogar ein öffentliches Bekenntnis dazu: die UNO-Deklaration zum Schutz der biologischen Vielfalt.

Auch Österreich soll eine neue Biodiversitätsstrategie bekommen. Damit diese aber nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, haben wir uns 2021 nicht nur politisch engagiert, sondern auch das länderübergreifende Projekt „Living Gardens“ gestartet. Hier entstehen in Gemeinden und Hausgärten Lebensräume für gefährdete Arten. Das Projekt knüpft thematisch an unseren Nationalpark Garten an. Dieser hat Ende 2021 dank Ihres Einsatzes großartige 4,6 Millionen Quadratmeter erreicht.

2021 haben wir auch wieder für Sie getestet, diesmal Zierpflanzen. Das Ergebnis: Viele grundsätzlich insektenfreundliche Blumen im Handel sind stark mit Pestiziden belastet und teilweise sind mehr als 15 Giftstoffe auf einer Pflanze. Wir wollen Bienen & Co schützen und arbeiten daher gemein- sam mit nationalen und internationalen Gärtnereien und Gartencentern sowie in einem Forschungsprojekt daran, das zu ändern.

Dass Arten- und Klimaschutz Hand in Hand gehen, zeigt eine weitere neue Studie, an der wir 2021 mitgearbeitet haben. Wir haben entdeckt, dass auf nur 1 % der Agrarfläche Österreichs ganze 10 % der CO2-Emissionen der österreichischen Landwirtschaft eingespart werden können, wenn Feuchtwiesen wieder vernässt und sanft genutzt werden. So wer- den gleichzeitig auch gefährdete Arten geschützt. Deshalb setzen wir uns für eine naturverträgliche Landwirtschaft ein und arbeiten mit Ihrer Hilfe auch 2022 weiter an Lösungen für die Biodiversitätskrise.

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