Wildbiene (c) Jürgen Mangelsdorf / flickr.com

 

700 Wildbienenarten gibt es in Österreich und die Hälfte davon findet man gleich vor den Toren von Wien, am Bisamberg! Das Wildbienenschutzprojekt in Langenzersdorf bringt Familien, Schulklassen und Wanderern die für uns Menschen so wichtigen Tiere näher.

Was bietet der Erlebnispfad?

Unter dem Motto "Gleichzeitig die Vielfalt erforschen, entdecken und erhalten" finden sich entlang des Weges zahlreiche Schautafeln, grasende Schafen und eine erste übergroße Wildbienen-Skulptur. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit an einem kniffeligen Quiz teilzunehmen und sich die spannende Smartphone-App zu holen.

Wildbienen schützen und Menschen begeistern

Mit dem Projekt "Unsere Wildbienen" soll einerseits ein Beitrag zum Schutz der Wildbienen geleistet werden und andererseits die Mitmenschen für den aktiven Natur- und Tierschutz begeistert werden! Damit wird auch gleichzeitig die Pflanzenvielfalt gefördert. Denn für Wild- und Kulturpflanzen ist eine individuen- und artenreiche Fauna lebenswichtig! Ohne Bienen fehlt nämlich die Bestäubung der Pflanzen – und damit auch ein wichtiger Part in der Vermehrung der Pflanzen.

Wildbienen Hotspot Bisamberg

Die Bienenfauna am Bisamberg ist mit rund 350 verschiedenen Arten extrem vielfältig und gehört damit zu den Wildbienen-Hotspots Österreichs. Für die Wildbienen ist zum Einen das dort vorherrschende pannonisch geprägte Klima sehr positiv, zum Anderen die Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen: Trockenrasen, lichte Waldränder, Sandstellen und so genannte Säume und Hohlwege geben äußerst seltenen Bienenarten den für sie so wichtigen Raum zum Leben.

Für die ganze Familie

Der Wildbienenerlebnisweg startet vor dem Gasthaus Gamshöhe bei der übergroßen Wildbienen-Holzskulptur, gestaltet vom Künstler Armin Spitzer. An mehreren Stationen können Interessierte auf insgesamt 6 Informationstafeln mehr über das Leben und die Gewohnheiten der Wildbienen erfahren, genauso wie über die besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum. In die eine Richtung führt der Weg in Richtung Elisabethhöhe und Spielplatz, in der entgegengesetzten Richtung zu einem Schafweideplatz.

Schafherde als Rasenmäher und Nisthilfen für die Bienen

Im Gegensatz zu einer mechanischen „Mahd“ grasen Schafe die Blühflächen langsam ab, dadurch stehen während der gesamten Vegetationsperiode vielfältige Blüten für die Wildbienen zur Verfügung. Der dadurch entstehende positive Kreislauf bewirkt ein vielfältiges Blütenangebot und eine größere Vielfalt an unterschiedlichen Wildbienenarten vor Ort und in Folge auch eine größere Vielfalt an verschiedenen Pflanzenarten. Das wiederum zieht wiederum noch mehr Bienen an.

Die Schafe erhöhen aber auch das Angebot an Nistmöglichkeiten. Durch Regenwasser, dass sich in den Hufabdrücken der Schafe sammelt entstehen kleine Schlammpfützen aus denen die Wildbienen Lehm zum Bau ihrer Nester sammeln können. In trockeneren Bereichen entstehen hingegen offene Bodenstellen, in denen sie nisten können. Außerdem werden auf der Pflegefläche zusätzliche Nisthilfen errichtet, dadurch haben die BesucherInnen die Möglichkeit, die Wildbienen in ihrem Brutverhalten direkt zu beobachten.

Wildbienenerlebnisweg (c) Wolfgang Fürst_mediadesign

Citizen Science Projekt: Jeder kann mitmachen

Mit einer Smartphone App "Unsere Wildbienen" ist der Erlebnisweg außerdem interaktiv, denn damit kann jede/r beim Forschungs-Projekt rund um die so wichtigen Tiere mitmachen! Fotografiert man mit der App die Pflegefläche bei der dafür vorgesehenen Tafel, kann man mithelfen, die laufenden Veränderungen zu dokumentieren. Das Projekt hat nämlich auch einen wissenschaftlichen Hintergrund – es soll untersucht werden, wie sich die Schafbeweidung im Detail auf die Pflanzen- und Wildbienenvielfalt auswirkt. Die Aufforderung richtet sich besonders an junge Menschen, Schulklassen und Familien.

Außerdem ermöglicht die App, entlang des Erlebniswegs Fotos von nistenden Wildbienen zu betrachten, an einem Quiz teilzunehmen und viele zusätzliche Informationen zu den Wildbienen zu erhalten.

Kontakt:

Führungen für Schulklassen, Familien und Gruppen sind auf Anfrage gerne möglich:
Buchungen bei Biologin und Wildbienen-Expertin Mag. Esther Ockermüller unter der E-Mail-Adresse esther@hymenoptera.at oder der Telefonnummer 0676 95 28 713

Start des Erlebnisweges:
Gasthof Gamshöhe
Gamshöhe 1
2102 Bisamberg

www.wildbiene.at

Bild: Wildbiene von Jürgen Mangelsdorf / flickr.com CC-BY-NC-SA