Neuigkeit, 14.06.2018

Schmetterlingsweg

Der erste Schmetterlingsweg in Niederösterreich eröffnet in Langenzersdorf, am Bisamberg, seine Pforten. Der eigens angelegte Weg führt durch Wiesen und Wälder und bietet nützliche Informationen zur heimischen Fauna und Flora.

Im Rahmen des Blühlinge Projekts wurde am Bisamberg ein Schmetterlingsweg angelegt. Am Startpunkt des Weges, im sogenannten Venusgarten, wurde eine alte Streuobstwiese gemeinsam mit Flüchtlingen revitalisiert. Diese bietet für viele Schmetterlinge und andere Tiere einen wertvollen Lebensraum. Interaktive Schautafeln entlang des Weges erklären im Detail und leicht verständlich die verschiedenen heimischen Schmetterlingsarten die man entlang des Weges sehen kann, ihre Eigenarten und ihren Nutzen für Natur und Mensch.

Schmetterlingswanderweg am Bisamberg

Der Schmetterlingsweg wurde von GLOBAL 2000 gemeinsam mit der Gemeinde Langenzersdorf im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts "BLÜHLINGE" (Interreg V-A-SK-AT) umgesetzt. Das Projekt "Venusgarten", die Grundlage für den Schmetterlingsweg, wurde 2017 mit Unterstützung der Marktgemeinde und dem Bauhof Langenzersdorf gestartet. Dank professionellem Baumschnitt der Universität für Bodenkultur und der umfangreichen Arbeitsleistungen von Asyl-Werbern im Rahmen gemeinnütziger Tätigkeiten sowie der regelmäßigen Pflege passionierter, ehrenamtlicher Gärtner und Imker entwickelt sich der fast verschwundene ehemalige Obstgarten zunehmend zu einer für Mensch und Natur attraktiven und lehrreichen Streuobstwiese.

Schmetterlingswanderweg am Bisamberg Schmetterlingswanderweg am Bisamberg 

Ein Spaziergang am Bisamberg

Das Gebiet Bisamberg, ist eines der artenreichsten Gebiete Österreichs und wurde 1998 zum Europaschutzgebiet (nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) erklärt. Der Bisamberg ist der östlichste Punkt der Alpen. Biogeographisch liegt er genau an der Grenze zwischen den Steppengebieten Osteuropas und den feuchteren atlantisch beeinflussten Mitteleuropäischen Klima.

Der größte Teil des Europaschutzgebiets Bisamberg ist bewaldet. Hauptsächlich Eichen-Hainbuchenwälder, aber auch andere Laub- und Nadelwälder findet man in dieser Region. Die Landschaft ist geprägt durch Steppen, Halbtrockenrasen, Äcker, Obsthaine und Weingärten.

Zahlreiche interessante und seltene Tiere haben sich in diesem Gebiet angesiedelt, darunter Ziesel, Donau-Kammmolch, italienische Schönschrecke, Wechselkröte, Russischer Bär, Hirschkäfer, Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder Rotbauchunke. Auch viele besonders seltene Pflanzen, wie der gelbe Frauenschuh, die ungarische Wiesenschafgarbe, der Waldsteppen Beifuß, das Flammen-Adonisröschen oder die Bibernell-Rose kann im Europaschutzgebiet beobachtet werden.

Die Vielfalt von rund 600 Pflanzenartenbegründen den Wert des Bisamberges als „Hot Spot“ der pflanzlichen Vielfalt. An Orchideen sind neben dem Frauenschuh auch Riemenzunge, Knabenkraut- und Ragwurzarten in großer Anzahl vorhanden Durch den großen Blütenreichtum und die Vielfalt an unterschiedlichen Standorten ist auch eine reichhaltige Insektenfauna entwickelt. Käfer, Heuschrecken und Schmetterlinge wie der Große Feuerfalter, Hecken-Wollafter und Russischer Bär sind auf Wiesen als Lebensraum angewiesen. Auf offenen Boden angewiesen sind seltene Wildbienen und Grabwespen. Eine besonders seltene Heuschreckenart, die räuberisch lebende Sägeschrecke, erreicht hier im pannonischen Raum ihre westliche Verbreitungsgrenze. sehen kann.

Folgende Bilder sind bei einem kurzem Spaziergang auf dem GLOBAL 2000 Schmetterlingsweg Anfang April entstanden. Sie zeigen einige der häufigeren Schmetterlingsarten die man bei einem Spaziergang über den GLOBAL 2000 Schmetterlingsweg mit hoher Wahrscheinlichkeit sieht.

Pflaumen-Gespinstmotten Raupe Waldbrettspiel Schmetterling Haarige Raupe

C-Falter Kleiner Kohlweißling

C-Falter Weiße Tigermotte Großer Kohlweißling