Biene im Hausgarten

Unser Einkaufstest vom März 2015 hat gezeigt, dass Insektenvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Fipronil für KonsumentInnen im Handel frei erhältlich sind. Fipronil ist in circa 20 Prozent der Ameisenbekämpfungsmittel enthalten. Gefunden wurde der Wirkstoff in Produkten der Marken „Nexa Lotte“ und „Celaflor“, und zwar in Ameisenpulver, Ameisenköder und Ungezieferköder. Wir haben alle Geschäfte, bei denen wir fündig wurden, auf diese Hintergründe hingewiesen und empfohlen, die Produkte aus dem Verkauf zu nehmen. Dies sollte v.a. im Hinblick auf die Fülle von Alternativen, die zu dem Wirkstoff Fipronil vorhanden sind, keine Schwierigkeit darstellen. Erfreulicherweise haben einige Geschäfte sofort reagiert, wie beispielsweise die Gärtnerei Starkl, die bereits alle Bestände aus dem Verkauf genommen hat. Andere wollen zumindest mittelfristig ihr Sortiment umstellen. Negativ aufgefallen ist der Drogeriemarkt dm, der das Produkt trotz unserer Warnungen nicht aus dem Verkauf nehmen will. Die Hälfte aller untersuchten Geschäfte führten keine fipronilhaltigen Produkte im Sortiment. Die genauen Untersuchungsergebnisse finden Sie weiter unten als Download.

Wirkstoff von der EU weitgehend verboten

Der Pestizidwirkstoff ist aber als Ameisenbekämpfungsmittel in Drogeriemärkten, im Lebensmitteleinzelhandel, in Baumärkten und Gartencentern weiterhin frei verfügbar. Fipronil stellt laut Bewertung der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein „inakzeptables Risiko für Bienen“ dar. Haushaltspestizide wurden vom Fipronil-Verbot bislang nicht erfasst, da hier nicht die Pestizidverordnung 1107/2009 sondern die Biozid-Verordnung 528/2012 gilt. Dabei kann ein „mögliches Risiko für Honig- und Wildbienen“ durch die Anwendung von Fipronil in Haus und Garten laut österreichischer Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nicht ausgeschlossen werden.

Bis gesetzliche Verbote auch für fipronilhältige Biozide umgesetzt sind, appellieren wir an den Handel, auf den Verkauf dieser für Mensch und Bienen gleichermaßen giftigen Produkte zu verzichten. Naturliebhabern empfehlen wir gänzlich auf chemisch-synthetische Bekämpfungsmittel zu verzichten und stattdessen auf bewährte, natürliche Hausmittel wie Backpulver oder Essigwasser zu setzen.

Erfolge

Erfreulicherweise haben wir erreicht, dass neben der Gärtnerei Starkl auch die Drogeriemarktkette dm und die Supermarktkette Spar die problematischen Produkte bereits ausgelistet haben!

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