Der Castor–Widerstand zog sich im deutschen Wendland durch alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. „Hier treffen Bauern aus der Umgebung auf Mütter mit Kindern, StudentInnen und PensionistInnen. Alle vereinen sich im gewaltfreien Protest gegen den Castor-Transport. LandwirtInnen blockieren mit ihren Traktoren die Kreisverkehre entlang der Transportstrecken. Sie kippen Erde auf die Straße, zünden Strohballen an und widersetzen sich so den Polizeimassen“, berichteten die GLOBAL 2000-AktivistInnen, die sich nur 200 Meter vor dem Endlager in Gorleben befanden.Tausende besetzten in der Nacht auf Montag die Schienen zwischen Lüneburg und Dannenberg. Dabei wurde neben der Sitzblockade auf den Schienen auch der Schotter aus dem Gleisbett gegraben, um die Schienen zu unterhölen und den Castor-Transport zu verhidern.

Die GLOBAL 2000 -AktivistInnen beteiligen sich auf den letzten Metern der Transportstrecke an der gewaltfreien und friedlichen Sitzblockade von X-tausendmalquer.

Längster Castor-Transport in deutscher Atommüll-Geschichte

Die Anrainer selbst versorgten die AktivistInnen mit heißem Tee und Essen. „Die Stimmung hier ist friedlich. Die AktivistInnen sind ganz klar gegen Gewalt, aber dennoch entschlossen die Packelei der deutschen Bundesregierung mit der Atom-Lobby nicht hinzunehmen“, berichtete Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Experte von GLOBAL 2000.

Bis zuletzt sperrten 4000 DemonstrantInnen die Zufahrtsstraße zum Atommüll-Zwischenlager in Gorleben. 45 Stunden harrten sie bei Temperaturen um die 0°C auf Strohsäcken und Isomatten aus, bis die friedliche Blockade schließlich von der Polizei beendet wurde.

Mit einer Dauer von 92 Stunden war das der längste Castor-Transport in der deutschen Atommüll-Geschichte. Ein voller Erfolg für die Anti-Atom-Bewegung.