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Anhaltende Auswirkungen des Tschernobyl-Fallout

Cäsium bleibt nach einem Atomkraftwerks-Unfall wie in Tschernobyl oder Fukushima 300 Jahre radioaktiv gefährlich und hat Auswirkungen auf die Nahrungskette.Heute, 25 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe ist das radioaktive Cäsium ungefähr auf die Hälfte der Aktivität abgeklungen, führt aber immer noch zu deutlich erhöhten Werten. Wildschweine wühlen bei ihrer Futtersuche im Waldboden und fressen die dort wachsenden „Hirschtrüffel“, eine unterirdische, für den Menschen ungenießbare Pilzart, die das radioaktive Cäsium anreichert. Das getestete Wildschweinfleisch wies eine Radioaktivität von 1060 Becquerel/Kilogramm auf – der gesetzlich zulässige Grenzwert liegt bei 600 Bq/kg.

Mediziner warnt vor zusätzlicher Aufnahme von Radioaktivität

Selbst ein geringer Eintrag von Radioaktivität führt beim Menschen statistisch gesehen zu einer Erhöhung der Krankheitswahrscheinlichkeit. Dies bestätigt auch der Sprecher der ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt Dr. Hans-Peter Hutter: „Jede Erhöhung des Radioaktivitätseintrags ist potenziell schädlich.“ Deshalb sei ein bewusster Umgang mit dem Risiko und eine möglichst geringe Aufnahme von zusätzlich radioaktiven Stoffen wichtig.

Cäsium

Cäsium besitzt eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Es kann über Nahrungsmittel in den Körper aufgenommen werden. Die schädliche Strahlung kann direkt auf den Körper einwirken und Veränderungen auf der Zellebene, insbesondere der DNA, bewirken. Diesen Effekt der Strahlung bezeichnet man als Erbgut verändernd (mutagen). Krebs kann eine Folge sein. So wird das radioaktive Spaltprodukt Cäsium in das Muskelgewebe eingelagert, da der Körper nicht zwischen diesem und Kalium unterscheiden kann.

Download:
- Prüfbericht Wildschweinfleisch

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