Schwebfliegen: die häufig verwechselten Nützlinge

Sie sieht aus wie eine Wespe. Bewegt sich mit 300 Flügelschlägen in der Sekunde wie ein Kolibri: Die Schwebfliege. Sie ist ein wichtiger Bestäuber in unseren Gärten und ein emsiger Nützling. Dennoch ist sie verhältnismäßig unbekannt und braucht unseren Schutz wie auch Wildbienen und Schmetterlinge.

Schwebfliege auf Blüte

Ihre blitzartigen Flugmanöveränderungen haben viele von uns schon beobachtet, dennoch glauben die Meisten, dass sie einer sonderbaren Wespe zusehen, wenn das durch uns gestörte Insekt blitzschnell die Stellung wechselt um nach kurzer Zeit wieder wie ein Kolibri im Schwirrflug über einer Blüte zu stehen. Das Erfreuliche für GartenbesitzerInnen ist, Schwebfliegen stechen nicht, interessieren sich auch nicht für unser Essen und ihre Larven vertilgen hunderte Blattläuse am Tag.

Die Schwebfliegen sind auch sonst spannende Zeitgenossen: Sie sind die Zugvögel unter den Insekten: Abermillionen von ihnen brechen jährlich aus England aufs Festland auf und summieren sich zu 28t Biomasse, die jährlich über den Ärmelkanal schwirrt. Ebensolche großen Mengen an Schwebfliegen werden bei ihren Alpenüberquerungen beobachtet, wenn sie auf über 1000 Meter Höhe von Österreich nach Italien wechseln.

Das perfekte Menü um Schwebfliegen anzulocken

Die wichtigen Nützlinge und unverzichtbaren Bestäuber haben ganz klare Vorlieben. Wer schlau ist, kann ihnen ein perfektes Schwebfliegenbuffet vorsetzen und sich an den lustigen Schwirrern erfreuen. Dabei ist eines wichtig zu wissen: Schwebfliegen haben einen gesunden Appetit – die Larven verdrücken täglich an die hundert Blattläuse und die erwachsenen Tiere brauchen jede Menge Pollen und Nektar.
Schwebfliege und Blume

In der Natur fliegen sie besonders gerne folgende Pflanzen an:

  • Bärenklau (Heracleum)
  • Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)
  • Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
  • Weißdorn (Crataegus)
  • Liguster (Ligustrum)
  • Schwarzdorn (Prunus spinosa)
  • Kriechenden Hahnenfuß (Ranunculus repens)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Sal-Weide (Salix caprea)
  • Huflattich (Tussilago farfara)

Mit diesen Pflanzen locken Sie die Nützlinge erfolgreich in Ihren Garten oder auf Ihren Balkon. Besonders beliebt bei Schwebfliegen sind außerdem die meisten Gewürzpflanzen wie Kümmel, Kerbel, Oregano, Gewürzfenchel, aber auch Lavendel (kein Schopflavendel) und Katzenminze werden von den geschickten Brummern gerne angeflogen.

Zum einen lassen sich die nützlichen Insekten mit Hilfe der bereits oben genannten Pflanzen anlocken. Als Blütenbesucher sind die Schwebfliegen allerdings auf ein breites und ausdauerndes Blütenangebot angewiesen. Sträucher und Hecken dienen den Tieren als Überwinterungsquartiere sowie als Reserve bei knappem Nahrungsangebot.
Schwebfliege

Vermeiden Sie unbedingt den Einsatz von Insektiziden, da Schwebfliegen – insbesondere ihre Larven – sehr empfindlich darauf reagieren. Der Einsatz führt neben der direkten Bekämpfung auch zu einer indirekten Schädigung infolge des verringerten Nahrungsangebots.

 

Nationalpark Garten Plakette im Grünen

Für viele Tier- und Pflanzenarten werden geeignete Lebensräume immer seltener. Durch intensive Landwirtschaft, Verbauung wertvoller Flächen und intensiv gepflegte Grünflächen in Gemeinden und privaten Gärten, kann sich die Natur kaum noch wirklich entfalten. Das aktuelle großflächige Insektensterben, aber auch der Rückgang der Vögel, Fledermäuse, Frösche und vielen anderen Tieren ist eine direkte Folge vom Verlust ihr Lebensräume.