AKW Mühleberg

Fukushima-baugleicher Reaktor unter einer Staumauer – im Falle eines Erdbebens droht Überflutung

Das Atomkraftwerk in Mühleberg befand sich etwa 175 km von Österreichs Grenzen entfernt.

Mühleberg ist ein den zerstörten Reaktoren in Fukushima Daiichi fast baugleicher Reaktor (General Electric, Mark 1 Containment), mit einer Vielzahl von Rissen im Kernmantel rund um die Brennelemente, die notdürftig durch Stahlanker befestigt wurden. Der Reaktor in unmittelbarer Nähe von Genf lief über 48 Jahre, von 1971 bis 2019.

Trotz der offenkundigen Risiken akzeptierte die schweizer Nuklearaufsicht nur geringe Nachrüstungen nach den europaweiten Stresstests. „Wegen der verkürzten Restlaufzeit“ sei es vertretbar, dass keine neuen Kernmantelzuganker, kein erdbebensicheres Notkühlsystem mit überflutungssicheren Pumpen nachgerüstet werden muss.

Ursprünglich war die Stilllegung des Reaktors erst nach einer 50-jährigen Laufzeit, also 2022 geplant. Aus wirtschaftlichen Gründen legte der Betreiber den Reaktor aber bereits Ende 2019 still - die ohnehin reduzierten Nachrüstungen wären immer noch zu teuer für einen Weiterbetrieb gewesen. Neuartige vertikale Risse im Kernmantel machten aber selbst diese Laufzeit zu einem Risikospiel, das erfreulicherweise glimpflich ausging.

AKW MühlebergAngaben zum Reaktor sowie Zwischenfälle und Störfälle des AKW Leibstadt finden Sie hier: Atomkraft in der Schweiz