AKWs in EUROPA auf einer größeren Karte anzeigen

In Deutschland sind derzeit neun AKWs in Betrieb, die 2012 15,45 Prozent Anteil an der gesamten Stromproduktion hatten. Mit der Wiedervereinigung wurden die ostdeutschen Reaktoren an den Standorten Rheinsberg, Stendal und Greifswald geschlossen.

In Deutschland wurde Uran in der Sächsischen Schweiz (Königstein), in Dresden (Coschütz/Gittersee) und im Erzgebirge (Schlema, Schneeberg, Johanngeorgenstadt, Pöhla) sowie in Ostthüringen (Ronneburg) meist untertags als Pechblende durch die SDAG Wismut abgebaut. Die Wismut AG hatte rund 45.000 Beschäftigte, die teilweise mit schweren Gesundheitsfolgen oder sogar ihrem Leben für den Uranabbau zahlten. Die DDR war damals weltweit der drittgrößte Uranproduzent. Die Abbaugebiete wurden nach 1990 geschlossen. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurden die sieben ältesten Atomkraftwerke und jenes in Krümmel stillgelegt.

Spät, aber immerhin, wurden zum 1. Juli 2005 die Castor-Transporte in die Wiederaufbereitungsanlagen in La Hague und Sellafield beendet.

Atompolitische Debatte

In Westdeutschland startete F. J. Strauß als „Bundesminister für Atomfragen“ in den 1950er Jahren ein Atomprogramm. In der Folge war die deutsche Energiepolitik stark durch den Glauben an die billige Atomkraft geprägt. Ab den 1970er Jahren, unter dem Einfluss der Großdemonstrationen und besonders nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986, fand jedoch teilweise ein Umdenken statt.

Im Juni 2000 vereinbarte die damalige rot-grüne Bundesregierung mit der deutschen Atomwirtschaft den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie. Ein Jahr später wurde das Abkommen "zur geordneten Beendigung der Kernenergie" unterzeichnet und 2002 trat eine Novelle des Atomgesetzes in Kraft. Nach dem sogenannten Atomkonsens dürfen in Deutschland keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden. Für die bestehenden Anlagen sind Regellaufzeiten und Reststrommengen festgeschrieben. Bis etwa 2021 sollen alle Kernkraftwerke abgeschaltet sein. Das Kernkraftwerk Stade bei Hamburg wurde im Dezember 2003 aufgrund des „Atom-Konsens-Vertrages“ abgeschaltet. Am 11. Mai 2005 wurde auch das Kernkraftwerk Obrigheim abgeschaltet, sein Abbau soll bis 2023 dauern. Im rot-schwarzen Koalitionsvertrag von 2005 wurde vereinbart, dass das Abkommen von 2000 und die entsprechenden Regelungen des Atomgesetzes nicht geändert werden, obwohl die CDU/CSU den Atomausstieg ablehnt. Die Zukunft des Atomausstiegs ist derzeit allerdings offen. Es drohen weniger AKW-Neubauten, jedoch längere Laufzeiten für alte AKWs. Schon der Atomkonsens sieht die Möglichkeit vor Strommengen älterer Kraftwerke auf neuere zu übertragen. Ältere können so schneller abgeschaltet werden. Theoretisch ist auch der von den Stromversorgern gewünschte umgekehrte Weg möglich. Die Übertragung von neuen auf alte Anlagen bedarf aber der Genehmigung des Bundesumweltministers.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat 2010 in Verhandlungen mit den vier Atomkraftbetreibern eine Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten um 8 Jahre (ältere AKWs) bzw. 14 Jahre (jüngere AKWs) ausgehandelt und möchte diese Verhandlung als Gesetzesänderung zum bestehenden Atomgesetz durchsetzen, was im Bundestag mit den Stimmen der Regierungsmehrheit gelang. Viele der Diskussionen diesbezüglich wurden nach der Fukushima-Katastrophe und dem damit verbundenen Atomaustieg Deutschlands eingestellt. Am 15. März 2011 wurden direkt nach dem Beginn der Fukushima-Unfälle die 8 ältesten AKWs vom Netz genommen. Am 30. Juni 2011 beschloss der Bundestag jene 8 endgültig abzuschalten und bis 2022 gänzlich aus der Atomenergie auszusteigen.  Auch in Deutschland gibt es keine Lösung des Atommüllproblems. Massive Probleme mit dem Versuchsendlager Asse II, in das bereits nach wenigen Jahrzehnten große Mengen Wasser eingedrungen sind und das als einsturzgefährdet gilt, haben wieder Zweifel an der Eignung des Standortes Gorleben (ein Salzstock wie auch die Asse II) aufkommen lassen.

Anti-Atom-Proteste

Die Nutzung der Atomkraft in Deutschland ist auch eine Geschichte von Protesten, die sich gegen die Stationierung von alliierten Atomwaffen in Deutschland richteten. 1975 besetzten bis zu 20.000 den Bauplatz des AKW Wyhl in Baden-Württemberg, wodurch das Projekt eingestellt wurde. In den 1980er bildeten die Auseinandersetzungen um die im bayerischen Wackersdorf geplante Wiederaufbereitungsanlage den Mittelpunkt der Anti-Atom-Proteste: Demonstrationen von bis zu 70.000 Menschen und rund 881.000 Einwendungen von BürgerInnen führten 1989 zum Aus für das bis dahin schon 10 Milliarden D-Mark teure Bauwerk.

1979 zogen rund 1.500 Menschen im legendären "Gorleben-Treck" vom Wendland in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover, in der sie von 100.000 DemonstrantInnen empfangen wurden. Wenige Wochen später verkündete der CDU-Ministerpräsident Ernst Albrecht, eine Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben sei politisch nicht durchsetzbar. Die Auseinandersetzung um Gorleben wie auch die um Atommülltransporte in und vom Ausland wurde seither und bis heute mit heftigen Protesten geführt. So blockierten im Herbst 2010 tausende AtomkraftgegnerInnen den 12. Castortransport aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague und verzögerten die Ankunft um 92 Stunden.

Durch die Pläne der neuen deutschen Regierung, den Atomkonsens von 2002 aufzukünden und durch Verträge mit den vier großen Atomkonzernen die Laufzeiten um durchschnittlich 12 Jahre zu verlängern, wurden breite Schichten der deutschen Bevölkerung zu Protestkundgebungen mobilisiert: im Frühjahr 2011 bildeten 100.000 Menschen eine Kette zwischen den Standorten Brunsbüttel, Brockdorf und Krümmel; im Herbst 2011 demonstrierten 50.000 Menschen im München, etc.

Aufgrund der Reaktorkatastrophen im japanischen Fukushima nach dem 11. März 2011 entschloss sich die deutsche Bundesregierung, die Hochrisikoreaktoren sofort vom Netz zu nehmen und alle weiteren Reaktoren in einem Stufenplan bis 2022 abzuschalten. Umweltschutzorganisationen kritisieren, dass dies der Bevölkerung für weitere 11 Jahre ein nukleares Risiko aufzwingt. Laut Studien wäre ein Atomausstieg Deutschlands ohne massive Preissteigerungen für die KonsumentInnen bis 2015 realisierbar.

Der Anteil der Atomenergie am Gesamtstrom betrug im Jahr 2012 15,45 Prozent.

Standort Biblis [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block A Druckwasserreaktor 1167 MW

08/1974 - 03/2011

stillgelegt

425+4
Block B Druckwasserreaktor 1240 MW

04/1976 - 03/2011

stillgelegt

434

Störfälle (Auswahl):

1987: Block A: Kühlmittelverlust in Block A, ein Ventil schließt nicht. Die Mannschaft hält 16 Stunden lang die Anzeige für defekt und erkennt erst danach den Störfall.

2004: Block B: während eines Sturms kommt es zu einem Kurzschluss, hintereinander fallen mindestens fünf Stromsysteme aus. Nur durch den Notstromgenerator kann die Stromversorgung gesichert werden.

2008: Block B: undichte Stelle am Kühler eines Notstrommotors, Block wird heruntergefahren.

Standort Brockdorf

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 1410 MW 10/1986 218

Störfälle (Auswahl):

1995: 20 der neu eingesetzten Brennelemente sind undicht, Radioaktivität entweicht über den Schornstein.

2005: Schalterdefekte an drei Not- und Nachfüllpumpen werden entdeckt.

Standort Brunsbüttel [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Siedewasserreaktor 771 MW

07/1976 - 03/2011

stillgelegt

466

Störfälle (Auswahl):

1978: durch ein Leck entweichen zwei Tonnen radioaktiver Dampf, der Störfall wird erst nach einem anonymen Anruf bei der Deutschen Presse-Agentur bekannt.

2001: Wasserstoffexplosion, drei Meter einer Rohrleitung werden zerfetzt, die an den Reaktordruckbehälter angeschlossen ist, ein Rückschlagventil rettet. Der Störfall wird erst zwei Monate später bemerkt.

2002: Planungsfehler in der Steuerung der Versorgung von Notstrom und Notkühlung werden festgestellt.

2012: Korrodierte Atommüllfässer haben die Atomaufsicht alarmiert, bei der Verladung der Fässer könnte laut TÜV Nord  Radioaktivität freigesetzt worden sein

Standort Emsland

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor Konvoi 1329 MW 04/1988 125

Standort Grafenrheinfeld

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 1275 MW 12/1981 224

Hochrisikoreaktor, älter als 30 Jahre

Störfälle (Auswahl):

2000: an fünf von acht eingebauten Steuerventilen werden Mängel festgestellt. Ein Brand beschädigt den Pumpenmotor des Hauptkühlmittels.

Standort Greifswald [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor WWER-440/230 408 MW

12/1973 - 12/1990

stillgelegt

insgesamt
89 (ab 1990)
Block 2 Druckwasserreaktor WWER-440/230 408 MW

12/1974 - 12/1990

stillgelegt

Block 3 Druckwasserreaktor WWER-440/230 408 MW

10/1977 - 02/1990

stillgelegt

Block 4 Druckwasserreaktor WWER-440/230 408 MW

09/1979 - 06/1990

stillgelegt

Block 5 Druckwasserreaktor WWER-440/213 408 MW

04/1989 - 11/1989

stillgelegt

Störfälle (Auswahl):

1975: Block 1: Kurzschluss und Ausfall der Kühlmittelpumpen.

1989: Block 5: versuchsweise Abschaltung von drei Kühlpumpen führt zum Ausfall einer vierten Pumpe (von sechs), teilweise Kernschmelze, zehn Brennstäbe werden beschädigt.

Standort Grohnde

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 1360 MW 09/1984 232

Hochrisikoreaktor, älter als 30 Jahre

Störfälle (Auswahl):

1996: Unvorhergesehenes Öffnen des Druckhalter-Abblaseventils.

Standort Grundremmingen

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block A Siedewasserreaktor 238 MW

12/1966;
01/1980

stillgelegt

26
Block B Siedewasserreaktor 1284 MW 03/1984 110+ 7
Block C Siedewasserreaktor 1288 MW 11/1984 103

Störfälle (Auswahl): 

1977: Block A:  nach zwei durch Raureif verursachten Kurzschlüssen in Hochspannungsleitungen kommt es bei Schnellabschaltung zu Fehlsteuerungen und Totalschaden. 4 Tage nach Unfall werden radioaktive Edelgase aus Druckbehälter abgelassen (3,7 TBq Edelgase, 44 000 kBq Iod-131), die BewohnerInnen jedoch nicht gewarnt.

1987: an drei Ventilen werden Beschädigungen durch Knallgasexplosionen festgestellt.

2003: Block B: beim Hochfahren wird bemerkt, dass zu wenig Kühlwasser im Reaktor ist, und dieses nachgefüllt. Im schlimmsten Fall führt das Trockenfallen eines Reaktors zur Kernschmelze.

2010: Block B: Brennelement undicht, radioaktive Gase entweichen durch ein Leck in Kühlwasserbehälter, Betreiber RWE und E.ON lassen AKW noch einige Tage weiterlaufen.

2012: Das AKW Gundremmingen meldet am 10.12. eine Tropfleckage an einem Messstutzen unterhalb des Reaktordruckbehälters. Also am Hauptkreislauf, der mit einem Druck von 70 Bar und einer Temperatur von über 200° Celsius arbeitet. Eine Gefahr soll laut RWE nicht bestanden haben.

2013: Block C Tropfleckage an einem Messstutzen unterhalb Reaktordruckbehälter (Hauptkreislauf, der mit 70 Bar und Temperatur von über 200 °Celsius arbeitet)

2014: Block B: Tropfleckage an Messlanze in Reaktordruckbehälter (Hauptkreislauf, der mit 70 Bar und Temperatur von über 200 °Celsius arbeitet)

Standort Isar

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Siedewasserreaktor 878 MW

12/1977 - 03/2011

stillgelegt

285
Block 2

Druckwasserreaktor
Konvoi

1400 MW 01/1988 75

Störfälle (Auswahl):

1988: Block 1: an vier Ventilen werden Beschädigungen durch Knallgasexplosionen festgestellt.

1988: ein Kampfflugzeug Typ Mirage F1-CR stürzt zwei Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt in einen Wald.

1991: Block 1: Instabilität des Reaktorblocks führt zu einer Schnellabschaltung des Reaktors.

2010: Block 1: undichtes Brennelement und der Ausfall eines Transformators führen zu Abschaltung des Blocks.

2011: Block 1: sogar beim endgültigen Herunterfahren des Blocks kommt es zu einer Panne: Füllstandsabfall im Reaktorkern, was zusätzlich eine Reaktorschnellabschaltung auslöst.

2012: Block 2: Bei Revision Zwischenfall mit ätzender Chemikalie, hochgiftiges Hydrazin gelangt ins Trinkwassernetz auf dem Betriebsgelände.

Standort Jülich [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
AVR Hochtemperaturreaktor 15 MW

05/1969 – 12/1988

stilgelegt

79

Störfälle (Auswahl):

1978: Wasser tritt durch ein Leck in den heliumgekühlten Primärkreislauf ein, der Reaktor muss über längere Zeit getrocknet werden, mit radioaktiven Spaltprodukten Strontium und Tritium belastetes Kühlwasser tritt aus und verseucht den Reaktorboden und das darunter liegende Erdreich und Grundwasser.

Standort Krümmel [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Siedewasserreaktor 1346 MW

09/1983 - 03/2011

stillgelegt

326

Störfälle (Auswahl):

2007: Reaktorschnellabschaltung nach Brand an einem der beiden Maschinentransformatoren.

2009: Reaktorschnellabschaltung aufgrund einer Maschinentransformatorstörung.

Standort Mühlheim-Kärlich [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 1219 MW

03/1986 - 09/1988

stillgelegt

183

Standort Neckarwestheim

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 785 MW

06/1976 – 03/2011

stillgelegt

431
Block 2 Druckwasserreaktor
Konvoi
1310 MW 01/1989 87

Hochrisikoreaktor, Erdbebengebiet

Störfälle (Auswahl):

2004: Block 2: kontaminiertes Wasser wird unbemerkt in den Neckar eingeleitet.

Standort Obrigheim [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 340 MW

10/1968 - 05/2005

stillgelegt

267

Störfälle (Auswahl):

1971: massiver Heizrohrschaden führt zu Schnellabschaltung.

Standort Philippsburg

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Siedewasserreaktor 890 MW

05/1979 - 3/2011

stillgelegt

345
Block 2 Druckwasserreaktor 1392 MW 12/1984 208

Block 2: Hochrisikoreaktor, älter als 30 Jahre

Störfälle (Auswahl):

2001: Block 2: beim Anfahren wird übersehen, dass das Notkühlsystem nicht funktionsfähig ist. Als nach zwei Wochen der Fehler bemerkt wird, entscheidet die Betreibergesellschaft EnBW nicht wie vorgeschrieben den Reaktor sofort herunterzufahren, sondern in laufendem Betrieb das Notkühlsystem zu reparieren. Als der Skandal drei Monate später bekannt wird, treten zwei Vorstandsmitglieder zurück.

2002: Block 1: bei Reinigungsarbeiten gelangen 7000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser in die Regenwasserkanalisation.

2004: erneut gelangen ca. 30 m³ radioaktiv verseuchtes Wasser in den Rhein.

2009: Block 2: Personal schaltet Sicherheitssysteme manuell während Wartungsarbeiten am laufenden Reaktor ab: Rohrverschlüsse wären im Störfall nicht ansteuerbar gewesen. Landesumweltministerium stuft Vorgehen als korrekt ein, obwohl Sicherheitssysteme bewusst ausgeschaltet wurden (Verstoß gegen Betriebsgenehmigung).

2010: Block 2: wegen eines Fehlers hätten alle drei Notkühlsysteme bei Ausfall der Hauptkühlung maximal eine Stunde funktioniert – der Reaktor wäre danach überhitzt, eine Kernschmelze unvermeidbar gewesen.

2010: Block 2: nach dem Lösen eines Abdichtstopfens aus einer Kühlleitung laufen 280 000 Liter radioaktives Wasser aus dem Brennelementebecken

Standort Rheinsberg [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor
WWER-210
62 MW

05/1966 - 06/1990

stillgelegt

36 (ab 1990)

Standort Stade [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 640 MW

01/1972 - 11/2003

stillgelegt

317

Standort Stendal

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor WWER 1000/320 900 MW nie; teilweise abgerissen -
Block 2 Druckwasserreaktor WWER 1000/320 900 MW nie; teilweise abgerissen -

Standort Unterweser [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Druckwasserreaktor 1345 MW

09/1978 - 03/2011

stillgelegt

345

Störfälle (Auswahl):

1998: nach einem Turbinenausfall kommt es zum Austritt von Gasen aus dem (nicht radioaktiv verseuchten) Sekundärkreislauf; eines der vier Druckventile konnte sich nicht öffnen, weil ein Techniker den Ver- mit dem Entriegelungsschlüssel verwechselt hatte.

Standort Würgassen KWW [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Siedewasserreaktor 640 MW

12/1971 - 08/1994

stillgelegt

279

Störfälle (Auswahl): 

1978: ein sich im Tiefflug befindendes Kampfflugzeug Typ Phantom F-4 stürzt in der Nähe des AKW ab.

1982: Austritt von radioaktivem Staub beim Auswechseln eines Sandfilters.

1994: Entdeckung von Haarrissen am Reaktorkern, folgend Abschaltung und Stilllegung.

Standort Hamm-Uentrop (Nordrhein-Westfalen) [stillgelegt]

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme Pannen und Störfälle
Block 1 Hochtemperaturreaktor 296 MW

11/1985 - 04/1988

stillgelegt

125

Störfälle (Auswahl):

1986: eines der kugelförmigen Brennelemente bleiben in der Zufuhr stecken, durch die Lösung des Brennelements wird Radioaktivität an die Umgebung der Anlage abgegeben.

 


Pannen und Störfälle: Zahl der meldepflichtigen Ereignisse seit Inbetriebnahme der Anlage, Stand 04/2012, Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz


 

Links

Bundesumweltministerium Deutschland

BUND Deutschland (FoE Deutschland)

Antiatom-Bündnisse: Atomausstieg selber machen und Contratom

 

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