Verschmutzte Flüsse und Seen

Fische, Frösche, Algen und Mikroorganismen werden durch Chemikalien nachweislich von Pestizidcocktails geschädigt, auch wenn die Konzentrationen der einzelnen Stoffe innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen. Zu diesem Ergebnis kamen auch die Forscher des EU-Forschungszentrums.

Europa muss die Einschätzung von Umweltschäden durch solche Chemikaliengemische dringend aktualisieren, heißt es in der Studie. So sollen auch für scheinbar harmlose Mengen an Giftstoffen Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von Umweltschäden umgesetzt werden. 

Für uns ist dieses Ergebnis wenig überraschend, was jedoch beunruhigen ist, ist die deutlich unzureichende Risikobewertung bisher. Die Studie kratzt damit am Fundament aller gesetzlichen Grenzwerte, gesundheitlichen Richtwerte und Umwelt-Qualitätsnormen der EU.

Pestizide, Arzneimittel, Phtalate, ...

Untersucht wurden in der Studie Gemische aus 14 bzw. 19 Chemikalien, darunter verschiedenste Pestizide, Arzneimittel, Phtalate und Schwermetalle in zugelassenen Mengen. Obwohl die Einzelkonzentrationen aller verwendeten Substanzen als sicher gelten, wurden negative Auswirkungen auf Mikroorganismen, Algen, Fisch- und Froschembryonen festgestellt. Die Labortests zeigten außerdem Auswirkungen auf die Gen-Expression und auf hormonelle Steuerungsprozesse. Dass solche Chemikaliengemische keine Seltenheit sind, zeigen auch unsere kürzlich veröffentlichte Fliesßgewässer-Tests, in denen Proben mit bis zu 40 verschiedenen Schadstoffen gefunden wurden.

Es ist allerhöchste Zeit, dass die Cocktailwirkung bei der Festlegung von gesetzlichen Grenzwerten und bei der Zulassung von Pestiziden und Bioziden berücksichtigt wird! Egal ob es sich um Umweltnormen handelt oder um gesundheitliche Richt- bzw. Grenzwerte.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier: