Berg mit Gletscher und See

Am 4. November tritt der Weltklimavertrag in Kraft, nachdem mittlerweile 92 Staaten, die zusammen mehr als 55 Prozent der globalen Emissionen verursachen, unterzeichnet haben. Die Allianz für Klimagerechtigkeit, ein breites Bündnis der Zivilgesellschaft mit 24 Mitgliedsorganisationen, fordert die österreichische Bundesregierung und Umweltminister Rupprechter, zu mehr Handlungsbereitschaft auf. Österreich ist sowohl säumig, was die Reduktion der Treibhausgasemissionen angeht, als auch eines derjenigen Länder, die besonders wenig Unterstützung für Entwicklungsländer gewähren.

Negativer Trend

Im Jahr 2014 wurden 76,3 Mio. Tonnen Treibhausgase in Österreich emittiert. Das entspricht gegenüber 1990 einer Reduktion um 3,2 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei einer Reduktion von 24,4 Prozent bis 2014. Sorgen macht dabei der zuletzt negative Trend: Im Jahr 2015 sind die Treibhausgasemissionen in Österreich nämlich wieder um etwa 3,2 Prozent gestiegen. Wir brauchen eine verbindliche Energie- und Klimastrategie die den Weg zum Ausstieg aus fossiler Energie aufzeigt mit einem verbindlichen Umsetzungsplan für den Umstieg auf 100 % erneuerbare Energie unter anderem in den Bereichen Mobilität, Raumwärme, Industrieproduktion und Elektrizität.

Momentane Beiträge reichen nicht

Nachbesserungsbedarf ist dabei auch bei den Zielen der EU selbst gegeben, denn die Beiträge der Staaten reichen nicht aus, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Anstatt die globale Erwärmung auf 1,5 °C einzugrenzen würde bei vollständiger Umsetzung aller Zusagen eine globale Erwärmung von etwa 2,7 °C ausgelöst – und damit die Gefahr katastrophaler Klimakapriolen. Die EU muss ihre Ziele erhöhen um dem Pariser Abkommen zu entsprechen. 

Hilfe für Entwicklungsländer

Außerdem braucht es Unterstützung für Entwicklungsländer und einen Fahrplan für die Ausbezahlung der zugesagten 100 Mrd. US-Dollar. Österreich soll hier nicht hintanstehen, seinen fairen Beitrag zu leisten: Die öffentlichen Zuschüsse für die österreichische Klimafinanzierung sollen bis 2020 auf 150 Mio. Euro jährlich verdoppelt werden.

Zusätzlich soll ein angemessener Beitrag für den Green Climate Fund zugesagt werden. Dafür ist es notwendig, die Steigerung der Zusagen über derzeit 35 Mio. US-Dollar fortzuführen und bis 2018 auf 100 Mio. US-Dollar aufzustocken. Diese Hilfe ist dringend notwendig, denn die Folgen des Klimawandels sind in vielen Entwicklungsländern bereits spürbar. Im Jahr 2015 waren 98,6 Millionen Menschen von Katastrophen betroffen, die zu 92% durch Klimaveränderungen ausgelöst wurden – so gab es 32 verheerende Dürren, weit über dem jährlichen Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die gezielte Förderung von Präventionsmaßnahmen, wie der Anbau von dürreresistenten Nutzpflanzen oder an Frühwarnsysteme gekoppelte Finanzierungsmechanismen, die bei Erreichen festgelegter Katastrophenwarnstufen automatisch ausgeschüttet werden, retten rechtzeitig Menschenleben.

Das Positionspapier der Allianz für Klimagerechtigkeit kann unter http://klimaallianz.at/forderungen.html abgerufen werden.