Neuigkeit, 29.06.2009

Nanotechnologie - Was hat das mit mir zu tun?

Nanotechnologie – die Technik, die in aller Munde ist.

Der Begriff „Nano“ leitet sich vom griechischen Wort für Zwerg (nános) ab. Er ist Vorsilbe für die Maßeinheit Nanometer (nm), einem Millionstel eines Millimeters.

Die Nanotechnologie wird als die Schlüsseltechnik des 21. Jahrhunderts bezeichnet und weckt hohe Erwartungen. Wie bei jeder neuen Technologie stellt sich aber auch hier die Frage, in welchem Verhältnis Risiken und Nutzen zueinander stehen. Eine pauschale Aussage zu treffen ist jedoch nicht möglich. Denn die Nanotechnologie per se gibt es eigentlich gar nicht. Es handelt sich dabei um einen Oberbegriff für verschiedene Technologien aus den Bereichen Physik, Biologie und Chemie. Gemeinsam haben sie alle, dass sie sich die einzigartigen Eigenschaften von verschiedenen Materialien in Nanometergröße zu Nutze machen.

(C) Dr. Karl Herrmann/PIXELIO

 

Nanotechnologische Verfahren haben bereits Einzug in viele Bereiche der industriellen Nutzung erhalten, aber auch in die Herstellung alltäglicher Produkte wie zum Beispiel in Lebensmitteln, Verpackungen, Textilien, Düngemitteln, Autozubehör oder Kosmetika.

Was bedeutet Nano?

Das Wort "nano" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zwerg. Ein Nanometer (nm) ist ein Milliardstel eines Meters. Beispielsweise hat ein Blutkörperchen 7.000 Nanometer, das Haar eines Menschen ist 80.000 Nanometer breit und DNS-Strang 2,5 Manometer. Zum Vergleich: Ein Nanopartikel verhält sich in der Größe zu einem Fußball wie der Fußball zur Erde.

Durch die stark verkleinerte Partikelgröße kommt es bei Stoffen in Nanoform zu grundlegenden Änderungen der physikalisch-chemischen Eigenschaften. Im Vergleich zu größeren Partikeln gleicher chemischer Zusammensetzung weisen Nanoteilchen eine höhere chemische Reaktivität, eine größere biologische Aktivität und ein stärkeres katalytisches Verhalten auf. Das liegt an der stark vergrößerten Oberfläche von Nano-Partikel auch wenn das Gesamtvolumen gleich bleibt.

Stoffe wie etwa Titandioxid (Weißpigment als Lebensmittelzusatz), Siliziumdioxid (Rieselhilfe in Salz) oder unlösliche Vitamine wie Koenzym Q10 reagieren viel schneller mit anderen Stoffen und sind plötzlich wasserlöslich, wenn sie als Nanopartikel hergestellt werden. Zudem können Nanopartikel aufgrund ihrer geringen Größe im Körper sogenannte Membranfenster von Darmauskleidungen, Lungenbläschen oder sogar Zellkernmembranen durchdringen. Aus diesem Grund gelangen Nanomaterialien früher oder später in die Umwelt.

Welche Auswirkungen haben Nano-Stoffe auf die Umwelt?

Da die „Zwerge“ anders reagieren als ihre „großen Brüder“, besteht die Möglichkeit, dass sie sich in der Umwelt auch anders verhalten, neue Wirkungen in Boden, Luft und Wasser entfalten und vielleicht sogar Ökosysteme schädigen.

Andererseits bergen Nanotechnologien für den Umweltschutz aber auch Hoffnungen, deren wirklicher Nutzen noch zu beweisen ist: effizientere Energietechnik, Reinigung von verseuchten Böden, neue Oberflächeneigenschaften, die den Reinigungsmittelbedarf reduzieren, effizientere Solartechnik, uvm. 

Bisher hinkt die Erforschung der Risiken und Nebenwirkungen von Nano-Produkten jedoch noch stark hinterher.

 

Quelle: bund.net